Lakers auch im nächsten „Endspiel“ siegreich

Im Rahmen des 13. Spieltages stand für die PTSV United Lakers Konstanz das Kräftemessen mit dem Bundesligaabsteiger UHC Döbeln in der heimischen Geschwister-Scholl-Schule an. Wie in der Partie der Vorwoche war es auch dieses Mal wieder ein Endspiel um den Klassenerhalt: Die gute Ausgangslage im Kampf um den Relegationsplatz nach dem Sieg in Landsberg war bereits wieder dahin, da Landsberg durch einen Sieg gegen Magdeburg am Vortag erneut an den Südbadenern vorbeigezogen war. Die Lakers waren also einmal mehr gefordert, Punkte zu sammeln, um die Entscheidung um Abstieg und Relegation erneut zu vertagen.

Das Spiel startete für die Gastgeber jedoch denkbar schlecht, als Döbeln bereits nach 53 Sekunden zum 0:1 traf. Wie aber schon so oft in dieser Saison bewiesen die Konstanzer Moral und nahmen in den Folgeminuten das Spiel immer mehr in die Hand. Begünstigt wurde diese Tendenz zweifellos dadurch, dass Döbeln bereits am Vortag in Schriesheim angetreten war. Nach mehreren gut herausgespielten Chancen und teilweise schlichtweg Pech im Abschluss – allein im ersten Drittel rettete drei Mal das Aluminium für die Gäste – konnten die Lakers sich dann doch einen 3:1 Vorsprung herausspielen. Das 3:2 kurz vor der Pause verdeutlichte aber allen auf den gut gefüllten Zuschauerrängen, dass Döbeln noch lange nicht geschlagen war, konditionelle Nachteile hin oder her.

Das bekamen die Hausherren im zweiten Drittel dann auch auf unsanfte Art und Weise zu spüren. Döbeln kam deutlich besser aus der Pause und drehte das Spiel innerhalb von knapp 12 Minuten. 3:6 aus Sicht der Lakers, denen immerhin noch der vierte Treffer durch Christian Gabele glückte, bevor es erneut in die Pause ging. War das Spiel schon entschieden? Nein war es nicht, und soviel sei verraten, alle Floorballfans sollten in den verbleibenden 20 Minuten der regulären Spielzeit ein an Spannung kaum zu übertreffendes Spiel zu sehen bekommen.

Für die Lakers ging es nun um alles, denn nochmals, sollte man gegen Döbeln keine Punkte holen, so wäre der Abstieg der Südbadener bereits an diesem Tag perfekt. Den besseren Start in das Drittel erwischten eindeutig die Ostdeutschen. Bereits sieben Sekunden nach dem Wiederanpfiff erhöhte Döbeln gegen eine Konstanzer Defence, die wohl noch in der Drittelpause zu sein schien, auf 4:7. In den folgenden Minuten entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, da die Lakers nun alles versuchten, um wieder den Anschluss zu finden, und Döbeln sich geschickt auf das Kontern konzentrierte: Zwischen der 40. und der 52. Minute fielen insgesamt 8 Tore, mehr als in manch anderen Spielen in 60 Minuten. Den bereits erwähnten Treffer zum 4:7 beantworteten die Gastgeber mit dem 5:7 nur knappe 53 Sekunden später. Wiederum nur etwas mehr als eine Minute später stellte Döbeln in Unterzahl mit dem 5:8 den alten Abstand wieder her. Die Ereignisse überschlugen sich, zu einer bereits erteilten Zwei-Minuten-Strafe gegen die Gäste gesellte sich eine zweite hinzu, sodass die Lakers in doppelter Überzahl agieren konnten. Diese wurde dann auch direkt zum 6:8 genutzt. Weiterhin also zwei Tore Rückstand für das abstiegsbedrohte Team vom Bodensee. Trotz guter Möglichkeiten gelang es in den nächsten Minuten nicht, den Rückstand weiter zu verkleinern. Diese Fahrlässigkeit im Auslassen bester Torchancen führte dann wie so oft zu einem Treffer auf der anderen Seite: Döbeln bestrafte die Konstanzer einmal mehr und erhöhte in der 49. Minute auf 6:9. Wer nun aber glaubte, die Vorentscheidung wäre damit gefallen, der irrte sich gewaltig. Angespornt durch den erneuten Rückschlag gelang den United Lakers postwendend das 7:9 und bereits 40 Sekunden später waren sie bis auf ein Tor an den Gästen dran. 8:9. Wild entschlossen drängten die Lakers auf den Ausgleich, ließen sich auch durch die einzige Zwei-Minuten-Strafe des Spiels gegen sich nicht aus der Ruhe bringen und nutzten in einer 4 gegen 4 Situation, herbeigeführt durch eine weitere Zeitstrafe gegen die Gäste, ihre Chance zum Ausgleich: Christian Gabele netzte in der 52. Minute zum 9:9 ein – sein bereits viertes Tor des Tages. An diesem Zwischenstand sollte sich bis zum Ende der regulären Spielzeit dann auch nichts mehr ändern. Verlängerung also – mal wieder. Da das Erreichen der Verlängerung an diesem Tag gleichbedeutend war mit dem erneuten Sprung auf den Relegationsplatz, war schon zu diesem Zeitpunkt klar, dass die Entscheidung über Abstieg und Relegation erst am letzten Spieltag der Saison im Fernduell zwischen Landsberg und Konstanz fallen würde. Das Minimalziel des Tages war also schon erreicht und trotzdem wollten die United Lakers den zusätzlichen Punkt für den Sieg in der Verlängerung unbedingt einstreichen. Dies gelang dann bereits nach nur zwei gespielten Minuten: Lars Pohl erzielte, mit ebenfalls seinem vierten Treffer des Tages, das 10:9.

Wie bereits erwähnt, springen die Lakers mit diesem Ergebnis (ihrem ersten Zweitligaspiel mit zweistelliger Torausbeute übrigens) erneut auf den vorletzten Platz und kämpfen in zwei Wochen im Fernduell gegen Landsberg um die Teilnahme an der Relegation. Landsberg tritt gegen Dresden an und muss in diesem Spiel spätestens nach Verlängerung gewinnen, um die Konstanzer erneut hinter sich zu lassen. Den Lakers wäre mit einem Sieg gegen Schriesheim der Relegationsplatz nicht mehr zu nehmen, egal wie sich Landsberg und Dresden trennen. Da mit Schriesheim jedoch eine ungleich größere Herausforderung wartet, wird man in Konstanz wohl auf Schützenhilfe des USV Dresden angewiesen sein.

Kleine Anmerkung: Sollte Landsberg gegen Dresden gewinnen, so wären die Lakers auch nach einem Sieg in der regulären Spielzeit gegen Döbeln wieder Letzter, da die Black Lions aus Landsberg das bessere Torverhältnis aufweisen. Endgültige Klarheit kann in Konstanz also nur ein Sieg gegen die klar favorisierte Mannschaft aus Schriesheim bringen. Das dritte Endspiel hintereinander also. Vielleicht ist das aber ja auch ein gutes Omen…

 

Für die Lakers waren im Einsatz:

Julian Garritzmann, Tobias Mäusling, Michal Marencak, Christian Gabele, [C] Bastian Braun, Teresa Bardenheuer, Michael Naef, Holger Schaeben, Jonathan Blum, Andreas Naef, Lars Pohl, Pascal Simon, [T] Kevin Kaiser

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